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Wie funktioniert ein AED?

Weltweit erleiden 67-170 von 100.000 Menschen einen Herzstillstand¹ außerhalb des Krankenhauses. 50% der Betroffenen können gerettet werden, wenn rechtzeitig mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird. Neben der lebensrettenden Herzdruckmassage kann der Einsatz eines Defibrillators das Ergebnis deutlich verbessern.

Der Einsatz eines AEDs kann die Überlebenschance bei Herzstillstand steigern, © Pixabay

Was ist ein AED?

Ein AED ist ein Automatisierter Externer Defibrillator, ein kleines medizinisches Gerät, das den Herzrhythmus eines Betroffenen analysieren kann. Während in Krankenhäusern manuelle Defibrillatoren eingesetzt werden, die nur von Fachpersonal bedient werden können, wurden AEDs so entwickelt, dass sie auch von Personen ohne Medizinkenntnisse angewendet werden können.

Ein automatisierter Defibrillator ermöglicht es, die Herzstillstand Hilfe effizienter zu machen und so die Wartezeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Studien zeigen, dass die Überlebenschance um 37% steigen kann, wenn innerhalb der ersten 2-4 Minuten eine Defibrillation stattgefunden hat.²  

Deshalb sind an vielen öffentlichen Plätzen AEDs stationiert, die für alle Laien im Notfall zugänglich sind. Die AED Standorte sind mit einem grünen Herz mit Blitz markiert. Tritt in der Öffentlichkeit ein Notfall auf und muss Erste Hilfe geleistet werden, darf jeder auf den AED Defibrillator zugreifen und kann damit Leben retten. Folge diesem Link, wenn du noch mehr über AEDs wissen möchtest.

Symbol zur Kennzeichnung eines AED Standorts, © Pixabay

Der Aufbau eines Defibrillators

Ein AED sieht aus wie ein kleiner Erste Hilfe Kasten. In der Regel startet dieser automatisch, sobald der Gerätedeckel gehoben wird. Vom Gerät gehen zwei Kabel weg, an denen Elektroden in Form von Pads angebracht sind. Die Pads werden auf den Brustkorb aufgeklebt und können dann mit der Analyse beginnen. Dem Defibrillator ist eine Abbildung beigelegt, die genau zeigt, wie die Elektroden angebracht werden müssen.

Neben dem Gerät findest du außerdem wichtiges Zubehör, unter anderem Handschuhe und ein Beatmungstuch für deinen Schutz, genauso wie ein Rasierer und eine Kleiderschere, die es ermöglichen, den AED schnell und optimal anzubringen.

Die AED-Funktionsweise: Ein Meisterwerk der Technik

Das medizinische Gerät sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, ist aber ein echtes Meisterwerk der Technik. Die Funktionsweise ist darauf ausgelegt, Erste-Hilfe-Maßnahmen optimal zu unterstützen und Ersthelfern eine effiziente Hilfe bei Herzstillstand zu ermöglichen.

Sind die Elektroden angebracht und wurde der AED gestartet, analysiert er den Herzrhythmus des Patienten und schreibt ein sogenanntes EKG. Die Analyse wird automatisch ca. alle 2 Minuten ausgeführt. Über eine Sprachsteuerung bekommt der Ersthelfer Anweisungen und wird so durch den gesamten Reanimationsprozess begleitet.

Ist ein normaler Herzrhythmus vorhanden, der jedoch nicht ausreicht, genügend Sauerstoff zu pumpen, muss eine Herzdruckmassage mit Beatmung durchgeführt werden. Der AED leitet dich an und erklärt dir genau, wie du vorgehen musst. Ist jedoch der Herzrhythmus gestört, wird der Defibrillator dich auffordern, einen Stromstoß abzugeben. Eine solche lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung wird in der Medizin auch als Kammerflimmern oder ventrikulare Tachykardie  bezeichnet. Beim Kammerflimmern sieht das Herz aus, als würde es zittern. In diesem Zustand kann das Herz seine Funktion nicht ausüben.

Bei einem vollautomatischen Defibrillator gibt das Gerät selbst den Schock ab, bei halbautomatisierten musst du einen Knopf drücken und den Stromstoß auslösen. Wichtig ist, dass in diesem Moment keine Person den Patienten berührt. Wie stark der Stromstoß ist, wird vom AED selbst bestimmt.

Durch den Stromstoß wird das Herz zurückgesetzt, also quasi auf „Null gesetzt“ und hat dadurch die Möglichkeit, einen normalen Rhythmus zu finden, der eine gute Blutzirkulation ermöglicht und so Sauerstoff zu allen wichtigen Organen transportieren kann. Manchmal reicht ein Stromstoß aus, um den Patienten zu retten. Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Herzdruckmassage weiter ausgeführt werden muss, bis die Rettungskräfte eintreffen.      

Das Besondere an der AED-Funktionsweise ist, dass nur ein Stromstoß abgegeben wird, wenn er auch wirklich nötig ist. Du kannst bei der Ersten Hilfe mit Defibrillator also nichts falsch machen, sondern kannst dich voll und ganz auf die Anweisungen des Geräts verlassen. Die AED Defibrillator Benutzung kann die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrücken.

Herzstillstand Hilfe – den Defibrillator richtig anwenden

Trotz der umfassenden Aufklarung über die Notwendigkeit von Erste-Hilfe-Maßnahmen, fühlen sich immer noch 48,5 Prozent aller Deutschen³ nicht richtig vorbereitet, in einem Notfall zu handeln. Da man bei einem Herzstillstand nur wenige Minuten hat, um den Betroffenen zu retten, solltest du nicht zögern. Immer häufiger wird die Beatmung als Problem genannt. Dem AED ist ein Beatmungstuch beigelegt, mit dem du den Patienten sicher beatmen kannst. Und auch ohne Beatmung darf eine Herzdruckmassage auf keinen Fall unterlassen werden.

Folge im Notfall immer dieser Regel: Prüfen, Rufen, Drücken.  Es muss direkt mit der Rettungskette begonnen werden:

  1. Patient ansprechen und Atmung überprüfen

Sprich den Patienten an und überprüfe, ob er eigenständig atmet. Sorge falls nötig für freie Atemwege.

  1. Notruf absetzen

Setze einen Notruf ab und hole dir weitere Personen zur Hilfe. Wichtig ist, dass für die AED-Anwendung mindestens zwei Personen erforderlich sind.

  1. Herzdruckmassage beginnen

Beginne mit der Herzdruckmassage, während die zweite Person den AED vorbereitet.

  1. Elektroden aufkleben

Klebe die Pads auf. Ein Pad wird auf der rechten Seite der Brust unterhalb des Schlüsselbeins und das andere auf der linken Körperseite ungefähr eine Handbreit unter der Achselhöhle angebracht.

  1. Anweisungen folgen

Folge den Anweisungen bis der Rettungsdienst eintrifft und die Behandlung des Patienten übernimmt. Löse bei Bedarf einen Stromstoß aus. Achte dabei, dass niemand den Patienten berührt.

Die AED-Anwendung ersetzt die Herzdruckmassage nicht, sondern geht mit ihr Hand in Hand. Die Reanimation wird nur bei der Analyse oder beim Abgeben des Stromstoßes unterbrochen. Sollte also kein Defibrillator griffbereit sein, dann beginne immer mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. In diesem Video wird die AED Defibrillator Benutzung anschaulich erklärt.

Die Überlebenschancen nach Erster Hilfe mit Defibrillator

Studien haben gezeigt, dass Patienten, die einen Herzstillstand erlitten haben und innerhalb von 3-5 Minuten mit Defibrillator wiederbelebt wurden, eine Überlebenschance von 49-75% haben.⁵ Bedenkt man, dass ein Rettungswagen im Schnitt innerhalb von 8 Minuten am Unfallort eintrifft, wird klar, wie wichtig der Einsatz von Ersthelfern vor Ort ist.

Erste Hilfe mit Defibrillator stellt eine absolute Stresssituation für den Ersthelfer dar. Dank der Unterstützung des AEDs kann die Herzstillstand Hilfe jedoch adäquat erfolgen und dem Patienten unter Umständen das Leben gerettet werden.

AED nutzen und Leben retten

Ein AED ist ein medizinisches Gerät, das es Laien ermöglicht, professionelle Hilfe zu leisten. Die Zahlen zeigen, dass es sich um ein echtes Meisterwerk der Technik handelt, das einfach in der Anwendung ist. Sollte der Defibrillator angebracht werden und es ist kein Stromstoß erforderlich, bietet er den großen Vorteil, dass er den Ersthelfer unterstützt und anleitet, sodass eine effiziente Wiederbelebung durchgeführt werden kann.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Der Defibrillator kann die Überlebenschance nicht nur in Bezug auf die Akutsituation, sondern auch auf die ersten 30 Tage nach Herzstillstand, deutlich steigern. Das wurde in verschiedenen Studien, unter anderem einer Studie aus Dänemark⁶, bestätigt.

Wenn den Anweisungen des Defibrillators gefolgt wird, ist die Anwendung sicher. Der AED gibt nur einen Stromstoß ab, wenn es wirklich erforderlich ist, sodass der Ersthelfer sich nicht vor einer falschen Entscheidung fürchten muss.

Der AED ist für die Wiederbelebung von Personen ab 8 Jahren gedacht. Je nach Defibrillator kann ein pädiatrischer Betriebsmodus, das heißt für die Versorgung von Kindern, ausgewählt werden. In diesem Fall müssen auch kleine Pads für Kinder vorhanden sein. 

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